Schweden gegen Deutschland? Am Ende gewinnt die Gemeinschaft – Hyllning und Abiturfeier an der DSS
„ABIIII, ABIIII, ABIII, ABITUUUUUUR!“
Mit diesem traditionellen Ruf begann am Morgen des 29. Mai 2026 für die Abiturientinnen und Abiturienten der Deutschen Schule Stockholm einer der bedeutendsten Tage ihrer Schulzeit. Vom Balkon der Schule begrüßten sie Familie, Freunde, Lehrkräfte sowie die gesamte Schulgemeinschaft und eröffneten damit das Hyllning – jene schwedische Tradition, bei der die Absolventinnen und Absolventen gefeiert werden, bevor sie ihre Zeugnisse erhalten.
Unter dem Motto „Schweden vs. Deutschland 2026“ hatten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 ein ebenso kreatives wie unterhaltsames Programm vorbereitet. In verschiedenen Wettkämpfen traten die beiden Nationen gegeneinander an; selbstverständlich mit einem Augenzwinkern und begleitet von lautstarker Unterstützung des Publikums. Ob in schwedischen oder deutschen Trikots, mit Fahnen, Sprechchören oder humorvollen Einlagen: Die Zwölftklässlerinnen und Zwölftklässler stellten einmal mehr unter Beweis, dass sie nicht nur die Herausforderungen des Deutschen Internationalen Abiturs meistern können, sondern auch Teamgeist, Spontaneität und Humor besitzen. Besonders eindrucksvoll war dabei die Kulisse auf dem Schulhof. Zahlreiche Familienangehörige, Freunde, ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Mitglieder der Schulgemeinschaft waren gekommen, um diesen besonderen Moment mitzuerleben. Die traditionellen Studentenschilder mit Kinderfotos erinnerten daran, wie lang der Weg bis zum Abitur gewesen ist und wie schnell aus den Kindern von damals junge Erwachsene geworden sind.
Im Anschluss versammelten sich die Gäste in der Aula der Schule zum feierlichen Festakt zur Verleihung der Abiturzeugnisse. Musikalisch eröffnet wurde die Feier mit Edvard Griegs „Hochzeitstag auf Troldhaugen“, bevor Schulleiterin Heike Frauenknecht die Anwesenden begrüßte. Es folgten Grußworte des deutschen Botschafters in Schweden, Ludger Siemes, sowie der Vorsitzenden des Schulvereins, Tina von Schassen-Gabrielsson. Für den musikalischen Rahmen sorgten Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen, darunter Xaver Wogg, Jakob Willuhn, der Musikkurs der Jahrgangsstufe 11 sowie Sibel Schönhausen und Henrik Bruhn. Ein besonderer Höhepunkt war die Rede der Klassenlehrkräfte Anja Köhler und Christopher Liess. Mit kreativen Rückblicken, treffenden Beobachtungen und zahlreichen Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit verband sie auf gelungene Weise Humor und Wertschätzung. Immer wieder sorgten augenzwinkernde Anspielungen für Lachen im Publikum, ohne dabei den Blick auf die Bedeutung dieses besonderen Tages zu verlieren. Ebenso bewegend waren die Worte der Schülerinnen Laura Löjdquist Springhorn und Sibel Schönhausen, die stellvertretend für ihre Jahrgänge auf ihre gemeinsame Schulzeit zurückblickten.
Zu den Höhepunkten des Festaktes gehörten außerdem die Verleihung des Dr.-Leon-Weintraub-Preises an Laura Löjdquist Springhorn durch den Zentenar Dr. Leon Weintraub persönlich sowie die Vergabe des Stipendiums der Deutschen Gesellschaft zu Stockholm. Die Auszeichnungen würdigten besondere Leistungen und außergewöhnliches Engagement innerhalb der Schulgemeinschaft. Schließlich folgte der Moment, auf den alle hingearbeitet hatten: die Überreichung der Abiturzeugnisse. Unter dem Applaus von Familien, Freunden und Lehrkräften nahmen die Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse entgegen und schlossen damit ein wichtiges Kapitel ihres Lebens ab. Gemeinsam sangen sie anschließend den traditionellen „Studentsång“, der seit Generationen zu schwedischen Abschlussfeiern gehört und den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt symbolisiert.
39 Absolventinnen und Absolventen feierten in diesem Jahr ihren Schulabschluss an der Deutschen Schule Stockholm. Für sie endet damit eine prägende Zeit voller gemeinsamer Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge und zugleich beginnt ein neuer Lebensabschnitt voller Möglichkeiten. Was an diesem Tag besonders spürbar wurde: Hinter allen Wettbewerben, allen Programmpunkten und allen Traditionen stand vor allem eines: die Gemeinschaft. Das Hyllning zeigte eindrucksvoll, wie eng die Jahrgänge miteinander verbunden sind. Die Abiturfeier machte deutlich, wie viele Menschen die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg begleitet haben. Und vielleicht war genau das die schönste Botschaft dieses Tages: Auch wenn die Wege nun in unterschiedliche Richtungen führen, bleibt die gemeinsame Zeit an der Deutschen Schule Stockholm für immer ein Teil ihrer Geschichte.
Text: Anja Köhler; Fotos: Thomas Persson






























