Erasmus+ in Barcelona

Anfang Mai waren 8 Schüler der DSS in der spanischen Küstenmetropole und gingen in einer internationalen Gruppe den Verbindungen nach, die das Meer zwischen Europäischen Ländern und Städten herstellt: Das Meer ist der natürliche Wanderweg für zahlreiche Tierarten, wie den Europäischen Aal, Wale oder Karettschildkröten, welche beim Erreichen der Geschlechtsreife zurück an die katalonischen Strände kommen und hier ihre Eier ablegen – Im CRAM-Forschungszentrum südlich von Barcelona wird der Bestand dieser Art überwacht und verletzte Tiere gesund gepflegt.

Dort informierten wir uns am Montag außerdem über „gebietsfremde Arten“, die ebenfalls den marinen Wanderweg nutzen – so verbreitete sich die chinesische Wollhandkrabbe mit Frachtschiffen in allen europäischen Küstengewässern. Während sie in der Nord- und Ostsee inzwischen zu einer dominanten Art geworden ist, welche heimische Krabben verdrängt, ist sie im Mittelmeer bisher selten. Die weitere Ausbreitung solcher Arten soll über gemeinsame Schutzmaßnahmen, wie die Verordnung Nr. 1143/2014 zu invasiven Arten von 2014 eingeschränkt werden.

Auch für Menschen stellt das Meer einen Verkehrsweg dar. Regulär ist es ein Reise- und Transportweg, besonders das Mittelmeer ist in den letzten Jahren aber auch zu einem Fluchtweg für Menschen aus Krisenländern geworden, die auf dem Weg über das Wasser ihr Leben riskieren – meist für eine bessere Zukunft in Europa. In der spanischen Partnerschule Palcam trafen wir einen Mitarbeiter der Seenotrettungsorganisation „Open Arms“, welcher über die aktuelle Situation auf dem Mittelmeer berichtete, nachdem seit letztem Jahr immer mehr private Rettungsschiffe festgesetzt und aktuell allen Rettungsorganisationen die Tätigkeit verboten wurde.

Gegenstände, die sich nicht aktiv fortbewegen, werden über Meeresströmungen und Wind verbreitet – ein besonders akutes Problem stellt hier Plastikmüll dar, welcher – einmal ins Meer geraten – kaum wieder daraus zu entfernen ist. Plastikmüll befindet sich in mikroskopischer Form in jedem Liter Freiwasser, größere Teile wie alte Fischernetzte oder Verpackungen stellen lebensgefährliche Fallen für viele marine Arten dar, oder werden von ihnen mit Futter verwechselt und verbleiben blockieren häufig die Verdauungssysteme der Tiere. An einem Strand südlich von Barcelona sammelten wir Plastikmüll und sortierten ihn in einem Labor, wo wir die unterschiedlichen Kunststoffgruppen untersuchten und in einem Kunstprojekt wiederverwendeten.

Parallel arbeitete eine Gruppe Schüler an einer Dokumentation über die Ergebnisse unserer Arbeit, die demnächst an dieser Stelle angeschaut werden kann. Dann berichten wir auch noch über die spannenden Begegnungen und kulturellen Aktivitäten, die natürlich auch zu dieser Europäischen Woche in Barcelona gehören.

Tim Björstrand

Karettschildkröte in der Pflege im marinbiologischen Zentrum CRAM

Bericht eines Seenotretters der Organisation „Open Arms“

Die Gruppe beim Einsammeln von Plastikmüll am Strand

Im Labor wird der Plastikmüll klassifiziert und untersucht

Die Stockholmer Delegation vor dem Hospital St Pau