Unser Theaterclub in der Oper

Am Dienstag, den 30. Januar haben wir von der Theater AG die Oper besucht. Wir haben eine modernisierte Version des Stücks „Elektra“ von Strauß gesehen. Ich kannte die Geschichte vorher nicht und hatte nicht sehr viel Zeit mich darüber zu informieren. Ich war daher gespannt, was mich erwartet. Nicht nur was die Geschichte, sondern auch was die Musik angeht. Den „Rosenkavalier“ habe ich mit meiner Familie schon in Stockholm gesehen, doch fand ich die vierstündige Aufführung eher anstrengend. Nichtsdestotrotz, da der Besuch der Oper nicht alltäglich ist, war dies eine Gelegenheit, die ich nutzen wollte. Ich bin glücklich, dass ich mitgegangen bin.

„Elektra“ ist eine Oper in einem Aufzug von Richard Strauss. Das Libretto schrieb Hugo von Hofmannsthal nach dem gleichnamigen Stück von Sophokles. Die Uraufführung fand am 25. Januar 1909 an der Dresdner Semperoper statt. Sie gehört heute zu den meistgespielten Strauss-Opern.
Wie in den Opern üblich, geht es immer um Leben und Tod.
König Agamemnon kehrt aus dem Trojanischen Krieg zurück, und wird dann von seiner Frau und deren Geliebten umgebracht. Ihre Tochter Elektra rettet ihren kleinen Bruder Orest außer Landes und findet Asyl in Mykenes Hof. Die Aufgabe von Elektra ist, die Erinnerung an den Mord ihres Vaters aufrecht zu erhalten und dessen Vergeltung. Es gelingt dem Bruder, zusammen mit anderen Verschwörern, den Tod des Vaters zu rächen. Als Elektra vom Sieg ihres Bruders Bescheid bekommt, bricht sie zusammen.

Opernstücke wie die von Strauss beeindrucken mich sehr. Die Art, ein Schauspiel mit Gesang und ein extra dafür erstelltes Bühnenbild so zu präsentieren damit die Geschichte den Zuschauern zugänglich wird, erstaunt mich jedes Mal von neuem. Das Bühnenbild war sehr einfach gestaltet. Es bestand nur aus zwei langen und hohen Wänden, die in der Mitte mit einem Gang getrennt wurden. Aus diesem ‚Gang‘ konnten die Schauspieler hinein und hinaus treten. Den engen Gang zwischen den beiden hohen Wänden interpretierte ich als eine Trennung zwischen der Welt der ‚Verbannten‘, wie Elektra es war, und der des Königshauses.
Die Wände hatten eine blutrote Farbe, welche die Geschichte sehr dramatisch wirken ließ. Elektra, die Hauptperson, war einem sehr unheimlich. Dieser Effekt wurde durch ihre Erscheinung, Gesang und die roten Wände verstärkt. Elektra selbst war in einem langen schwarzen Gewand gekleidet und hatte bleiches, langes und dünnes Haar, welches die Farbe des Gesichts blass erscheinen ließ. Die Nebenfiguren der Geschichte waren meiner Meinung nach gut besetzt. Wie zum Beispiel die Mutter, welche perfekt zu der typischen Darstellung einer, verbitterten, machtgierigen und verbissenen Mutter passte. Diese perfekte Interpretation der Charaktere wurde durch die einfache und natürliche äußerliche Darstellung erreicht.

Der Leitfaden der Geschichte war nicht so leicht zu verfolgen, da vor allem durch die hohen Frauenstimmen die Wörter in den stark betonten Vokalen verschwanden.  Diese Artikulation ist üblich bei Opernsängern.
Aus diesem Grund werde ich mich beim nächsten Opernbesuch vorher besser über die Handlung informieren. Das erleichtert einem das Verständnis, und der Zugang zur Oper ist dann im Allgemeinen einfacher.

Ich freue mich jedoch auf den nächsten Besuch im Theater oder auch in der Oper!

Nina Lazzarini