„Twelfth Night“ on a Friday night

Die zwölften Klassen waren am 01. September 2017 im Slottspark Teatern Drottningholm

Warum heißt Shakespeares Komödie „Twelfth Night“ eigentlich so? Diese Frage stellte ein Schüler in der letzten Stunde vor dem Besuch desselbigen Theaterstückes. Die Antwort würden wir schon in der Vorstellung bekommen, hieß es darauf.

Als wir uns um 17.45 Uhr am Freitag an der Bushaltestelle Drottningholm trafen, waren die Gefühle gemischt. Viele Leute aus den beiden 12. Klassen fehlten noch, um 18 Uhr sollte es losgehen. Die, die da waren, wussten nicht genau, wo das Theater lag. Nur Frau Schüller, die diesen Besuch organisiert hatte wusste in etwa, wo es hingehen sollte. Die, die noch auf dem Weg waren, sahen auch keinen Grund zur Eile. Eine Schulveranstaltung an einem Freitag im Frühherbst Schwedens unter freiem Himmel, die etwa drei Stunden dauern würde, war für viele keine überzeugende Motivation.

Irgendwann hatten auch die Letzten ihren Weg gefunden, und auf ein paar Plastikstühlen saßen wir vor der Bühne, während der letzte Rest Sonne uns blendete und wir uns mit den Stühlen unsere eigenen geeigneten Plätze suchten. Das Stück selbst fing mit Gesang der Schauspieler an, die währenddessen auch die Ausgangssituation der Hauptfigur darstellten. Daraufhin herrschte getuschelte Verwirrung. War das wirklich das Stück, was wir im Unterricht kurz angesprochen hatten? Und vor allem: Soll das jetzt absichtlich lustig sein? Darf man lachen? Die folgenden Szenen klärten diese Mysterien auf. Ja, das war eindeutig das Stück in dem sich gefühlt jeder in jeden verliebt (übrigens ein sehr Shakespeare-typisches Merkmal). Und ja, man durfte lachen. Schließlich ist das Stück eine Komödie. Zwar konnte man nicht immer dem Text folgen (der natürlich auf Englisch war), aber die Vorkenntnis des Stückes und die wirklich gute schauspielerische Leistung glichen das aus. Auch der sich wiederholende Gesang hatte seine Bedeutung. Wenn man sich am Anfang noch über die Bedeutung der Laute „dei dei dei“ in den Gesangseinlagen Gedanken gemacht hat, verstand man während des Stückes, dass der Gesang ein Spiegel für die Situationen und die Stimmung der Figuren gedacht sein könnte.

Um etwa 20.45 Uhr ging das Stück zu Ende. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten von uns die Tatsache verschmerzt, dass sie sich an einem Freitagabend in der Kälte Shakespeare angeschaut haben UND dass das Pressbyrån (die einzige Essensquelle weit und breit) geschlossen hatte. Wie ginge das auch anders bei so einem witzigen Stück, vorgetragen von so kreativen, sympathischen und sowohl schauspielerisch als auch musikalischen begabten Darstellern?  Nur eine Sache fehlte: Wir hatten keine Antwort auf die Frage bekommen, weshalb das Stück „Twelfth Night“ heißt.

Jula Fricke, 12a