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Objects of obsession

Liegen Freud und Eriksson über der Aula. Sagt der Eine zum Anderen: „Na endlich, der befreit sie von ihrem Über-Ich, ” „Quatsch”, erwidert der Andere, „Rollenkonfusion, Der muss erstmal selbst seine Sexualität finden!” Da erscheint Max Weber und sagt: „Ihr denkt immer nur an das Eine. Der hat doch Charisma, das ist ein echter Führer.”

Wovon sie reden? Na, vom diesjährigen Musical an der DSS „Objects of obsession” Worum es geht? Der Titel verrät es – um Bessensenheit. Und wovon kann man besessen sein? Von Liebe, Besitz, Macht. Also, ihr drei Weisen – ihr habt alle Recht!

Da kommt ein junges Paar, gespielt von Lina Schulze und Emmanuel Saupe, auf die Bühne, brav gescheitelte Frisur und Bügelfalte. Ihr Auto hat den Geist aufgegeben und so klopfen sie an die nächste Tür, eigentlich nur um zu telefonieren, nichts ahnend, in welches Abenteuer sie geraten sollten (um das sie der Besitz eines Handys gebracht hätte). Der Butler, herrlich bedrohlich gespielt von Henric Hintze, der auch als Erzähler mit fantastischer Stimme durchs Stück führt, bittet sie herein und allen Widerständen zum Trotz (Freud sei Dank) betreten sie das Haus und lernen alsbald auch den Hausherrn kennen: Groß, schlank, lockiges Haar, lange Beine, die in Lackleder stecken, an den Füßen Hackenschuhe. Ah, ich sehe, woran Sie denken: eine Frau. Und Sie? Dachten zuerst an einen Mann, aber bei den Hackenschuhen verwarfen Sie den Gedanken. Das Spiel mit den Geschlechtern, Daniel Comstedt versteht es es vortrefflich zu spielen. Und manchem Jungen im Publikum steht ins Gesicht geschrieben: Was der sich traut! Und dann diese abgrundtiefe Stimme! Wer bekäme da nicht Lust… das Stück weiter zu verfolgen?

Doch in diesem Stück geht es auch um eine andere Obsession: Macht. Daniel ist nicht nur besessen, das Pärchen von seinen Verklemmungen und Vorurteilen zu befreien, sondern auch davon einen perfekten Menschen zu schaffen, einen, der seinem Herren bedingungslos folgt, denn nichts mag Daniel weniger als Widerstand. Den leistete Eddie (Emmanuel Zavalis) und bezahlte dafür mit seinem Leben. Doch auch seine eigene Kreatur (Media Schaad) wendet sich von ihm ab. Und wie es so oft ist – am Ende wird auch der große Manipulator entthront durch Matilda, Philipp und Henric, die ihm vor Augen führen, dass seine Mission gescheitert ist. Wie? Auch mit Mitteln der Macht.

Ist denn gar nichts Neues zu erwarten?

Dieser resignative Gedanke aber geht unter in dem herrlichen Spiel aller Beteiligten (Vielen Dank Sylvia Brehmer, Jannika Stahl und allen Schauspielern), einer wieder facettenreichen und mitreißenden Choreographie von Eva Stock, leidenschaftlich umgesetzt von den Tänzerinnen, und der Schulband, die mit Malin Assmann eine tolle Sängerin an ihrer Seite und mit Irene Rieck eine Dirigentin hat, die sie zu Höchstform brachte.

Doch auch die farbenprächtigen Kostüme, die Maske (Luba Manlind) sowie die Ton- und Lichttechnik (Christopher Kansy, Chaline Weber, Philipp von Scheele, Julia Lindgren und Nils Brattgård) als auch die Spezialeffekte (Mathias Pirntke) trugen nicht unwesentlich zum Erfolg der Aufführung bei.

Ich verabschiede mich mit Daniels sentimentalem Lied: I´m going home und danke für die gemeinsamen Stunden und das Lachen auf meinem Gesicht.

Heike Schulze

FOTOS (Die Fotos sind leider nicht chronologisch geordnet!)

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