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Musiktheater – Nordwärts

NordwärtsPlakatAusschnitt Kopie

Vorhang auf: Wir sehen eine Collage. Arktische Vogelstimmung. Sphärische Instrumentalsounds. Ein grünlich schimmerndes Nordlicht. Die einen wollen einen Schneemann oder etwas anderes bauen, Vater muss Schnee schippen. Ein Wintergedicht. Choreographie, Musik, nordisch rhythmische Slam-Poetry, gereimt, gerappt, wortgespielt – eine herbe Liebeserklärung. Wie geht’s, was läuft hier? Diskussionen über die Aussicht auf das kalte Stockholm – Abschied, Aufbruch und Ankunft – Alltag. Eingefahrene Familienmuster. Vertrauen, Vermissen. Vergangenheit, Vorfreude. Verrücktheit?

Nach der Murmelphase singen Schwäne den orangen Teil ein. Der Sommer zieht ein und sich aus. Stockholm wird getanzt, besungen – perfekt, stylish, chic wie in der Disco. Lustige schwedische Volksmusik aus der Konditorei Coppenrath und Wiese. Innebandy endet im Wartesaal. Midsommar-Idylle, in der die Erwachsenen – Schauspieler wieder Kinder werden und natürlich „ett smultronsställe“ haben.

Die Zuschauer sehen ein Stück über das Ankommen und Dasein. Über zwei Familien, die umziehen. Die Kinder werden glaubhaft genervt, die Eltern überzeugend erwachsen geschauspielert. Man hört poetische Texte und typische Dialoge zweier moderner Familien, in denen alte Rollenklischees durchscheinen.

Unter der Leitung von Irene Rieck, Julia Gerber und Eva Maria Stock haben die Schülerinnen und Schüler eine szenisch-musikalisch-tänzerische Inszenierung auf die Bühne gebracht, die mit ausdrucksvollen, exakten Choreographien und harmonischem Gesang überzeugt.  Die stimmigen Hintergründe und Kostüme werden ins richtige Licht und professionell in Szene gesetzt.

Die Schülerinnen und Schüler treten als Multitalente auf – man kann unmöglich jemanden hervorheben, weil so viele so vieles können. Ein tolles Ensemble, vor, auf und hinter der Bühne.

Die Bilder, Klänge, Gedanken einer Stadt – es gibt viel zu sehen und zu hören, etwas zum Lachen und zum Nachzudenken. Dieses Schweden scheint ein merkwürdiges, kontrastreiches La-La-Land zu sein.
Oliver Stenschke

Weitere Infos zum Musiktheater finden Sie im Programmheft

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