Mausefallenautos im NaWi-Kurs Physik

Der Bau von „Mausefallenautos“ ist ein beliebtes naturwissenschaftliches Projekt und wird seit Jahren an vielen Schulen auf der ganzen Welt durchgeführt. Oft wird es in den Physik-Unterricht der Mittelstufe eingebettet, um dabei Themen wie Energie, Reibung, Drehmoment und  Hebelgesetz anschaulich und praktisch zu vermitteln.

Die kleinen Gruppen in den Förder- und Forderkursen schienen mir ideal, es nun einmal mit 5- bzw. 6.-Klässlern zu versuchen.

Die Aufgabe war: Baue ein Auto, das, angetrieben nur durch eine gespannte Mausefalle, eine möglichst weite Strecke zurücklegt. Die Ausführung und das zum Bauen verwendete Material waren freigestellt. Die erste Informationsquelle war zunächst das Internet. Hier finden sich viele Film, Fotos  und auch komplette Bauanleitungen. Die Auswahl ist so groß, dass sich einige gar nicht so leicht entscheiden konnten. Aber wir hatten genug Zeit, auch mal etwas auszuprobieren und, wenn nötig, einfach nochmal ganz neu anzufangen. Letztendlich gab es zwei grundsätzlich verschiedene Modelle bzw. Materialien für das Chassis: Styropor und Sperrholz. Die Räder waren meist CDs. Weitere Baumaterialien waren Holzstäbe, Metallösen, Kabelbinder, Heißkleber und Schnur. In den folgenden Wochen wurde im Werkraum fleißig gesägt, geklebt und geschraubt. Ganz nebenbei hat man, fast unbemerkt, auch so manches physikalische Prinzip gelernt. Natürlich gab es auch Enttäuschungen. Wenn das Auto bei der ersten Probefahrt so gar nicht losfahren will, ein anderes immer nur im Kreis fährt oder wenn ein Auto in der letzten Stunde vor dem Wettbewerb leider komplett auseinander bricht. Hier zeigte sich aber auch der tolle Teamgeist der Gruppe. Jeder half dem anderen, so dass  am Ende auch jeder ein funktionstüchtiges Auto hatte.

In der letzten Doppelstunde des Quartals fand der große Wettbewerb im Flur vor dem Physiksaal statt. Wie bei der Formel-1 wurde bis zuletzt noch an der Technik herumgeschraubt. Erstaunliche Weiten von weit über 10 Metern wurden erreicht. Jeder durfte am Ende mit einer Urkunde nach Hause gehen.

Klaus Bernhard

Fotos