Luciafest – der Lichtblick im Winter

Wenn die Sonne nur noch wenige Stunden am Tag zu sehen ist, feiern wir in der besinnlichen Adventszeit mit stimmungsvollen Liedern und Kerzenlicht das Luciafest, das sowohl den Beginn als auch den Höhepunkt des schwedischen Weihnachtsfestes darstellt. Mit dem Luciafest soll Freude und Helligkeit in die dunklen Tage des ausklingenden Jahres gebracht werden. Das stimmungsvolle Lichterfest ist nach der Heiligen Lucia aus Syracus in Italien benannt und erhellte ursprünglich den kürzesten Tag des Jahres: die Wintersonnenwende. Der Legende nach versorgte sie die in die Katakomben geflohenen Christen mit Nahrung. Um die Hände in der Dunkelheit frei zu haben trug sie einen Kranz mit  Kerzen auf dem Kopf. Bis 1583 war der 13.12. aufgrund des Julianischen Kalenders der kürzeste Tag des Jahres und stellte damals die Wintersonnenwende dar. Nach dem heute gültigen Gregorianischen Kalender ist auf der nördlichen Halbkugel der 21. Dezember bzw. der 22. Dezember der kürzeste Tag.

Die deutsche Kirche in der Altstadt war auch in diesem Jahr mit erwartungsvollen Schülern, Eltern und Lehrern gefüllt, als unsere „heilige Lichtbringerin“ mit ihrem Gefolge aus Lichtjungfern (tärnor), sowie Sternenknaben (stjärngossar), Pfefferkuchenmännchen (pepparkaksgubbar) und Heinzelmännchen (tomtar) in die Kirche einzog. „Da tritt mit Lichterschein ins dunkle Haus herein Sancta Lucia, Sancta Lucia“. Als die singende Prozession dann den Raum betrat, breitete sich eine ruhige, ja, andächtige Stille unter den Zuhörern aus. Erreicht der Festzug dann den Altar, so werden dessen vier Kerzen von vier Mädchen aus Lucias Gefolge mit folgenden Worten angezündet:
„Ich entzünde in heiliger Adventszeit das erste Licht und denke still an Weichnachtens gesegneten Frieden.“
„Ich entzünde das zweite Licht und singe: Mach das Tor weit, wenn der Herr, dein König sich nähert in Weichnachtens gesegneter Zeit.“
„Ich entzünde das dritte Licht und bitte, dass beendet wird auf Erden aller Streit, Friede und Versöhnung in Weihnachtens gesegneter Zeit.“
„Ich entzünde das vierte Licht und bin erfüllt von Friede und Freud, denn nun ist zur Erde gekommen die strahlende Weihnachtszeit.“ (aus PETERSEN 2008, S. 197 f.)
Die „Lichterkönigin“ mit ihrer Krone aus Kerzen, der Gesang sowie der Duft von Stearin sorgten für eine vorweihnachtliche Stimmung. Nun steht Weihnachten bald wirklich vor der Türe!
Allen Beteiligten sei herzlich für das gelungene Luciafest gedankt!

Fotos

Weitere Fotos in Originalgröße befinden sich auf unserem Server (elev-gemensam), auf den die Schüler Zugriff haben.

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