Inklusion an der DSS

Die Deutsche Schule Stockholm ist eine Schule der Vielfalt und der Begegnung. Bei uns lernen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher kultureller und sozialer Hintergründe gemeinsam und erfolgreich. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse in den Schulalltag ein. Wir sehen Heterogenität, Verschiedenheit und Eigenheit von Menschen als Bereicherung und als Chance, durch Begegnung zu wachsen.

Eine zentrale Voraussetzung für gemeinsames Lernen und Begegnung ist für uns, inklusiven Unterricht und Schulleben zu entwickeln und Menschen einen barrierefreien Zugang zu unserer Schule zu ermöglichen.

Dieses Konzept beschreibt den Stand und die Perspektiven unserer Bemühungen, diese Voraussetzung zu schaffen. Es orientiert sich an den Hinweisen zur Inklusion des Bund-Länder-Ausschusses der KMK für die schulische Arbeit im Ausland vom 11./12.12.2014.

Was tun/wollen wir mit Inklusion?

Unser Verständnis von Inklusion und Begegnung Für die DS Stockholm sind Inklusion und Begegnung bereits seit langem Teil der Schulentwicklung und des Schullebens. Als Begegnungsschule hat sie bereits seit längerem die Impulse und die Vorgaben des Gastlandes (in dem Inklusion schon seit Jahren ein fester und verbindlicher Bestandteil der Schulentwicklung ist) aufgegriffen und umgesetzt.

Auf diesem Hintergrund verstehen wir Inklusion und Begegnung im Rahmen unseres Leitbildes (Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt – intellek­tuelle Anforderungen – musisch-ästhetischer Bereich  – klare Strukturen und soziale Kompetenzen) wie folgt:

Inklusion und Begegnung sind für uns Verfahren, Methoden, Haltungen und Strukturen, die es ermöglichen und fördern, dass Menschen mit

  • unterschiedlichen kulturellen, sozialen und individuellen Erfahrungen, Bedürfnissen und Hintergründen körperlichen Besonderheiten
  • Besonderheiten im individuellen Lernprozess und sozialen Verhalten

erfolgreich am Leben und der Arbeit in unserer Begegnungsschule mit ihrem zweisprachigen Alltag teilhaben können.

Unsere Perspektive für Inklusion an unserer Schule

Ziel unserer Bemühungen um Inklusion und Begegnung ist es nicht nur, Barrieren für die Teilhabe abzubauen (u.a. in der Schulorganisation, Gebäude und beim Lernen im Unterricht), sondern die Teilhabe und Teilnahme aktiv zu ermöglichen durch präventive Schritte, ein differenzierendes und individualisierendes Unterrichtsangebot sowie durch ein begleitendes und unterstützendes Förder- und Forderangebot.

Inklusion und Begegnung zielen darauf, dass Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Besonderheiten und Verhalten entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten sich entwickeln und lernen können und von der Schule angenommen werden. Dies ist möglich, wenn auf unterschiedlichen Ebenen dazu Anstrengungen unternommen werden:

  • Schaffung/Schärfung des Bewusstseins bei Lehrern, Eltern und Schülern für Inklusion und Begegnung  – u.a. durch Fort- und Weiterbildung, Konsensbildung in der Schule, Institutionen in der Schule, die sich explizit mit Inklusionsbedarf beschäftigen
  • Bereitstellung eines Förder- und Forderangebotes für alle Schüler (zumindest bis Klasse 7), in dem jede Schülerin/jeder Schüler erfahren kann, dass Stärken und Entwicklungsbedarfe ernstgenommen und aufgegriffen werden.
  • Ermöglichung von Nachteilsausgleich für Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedarfen Angebot eines Unterstützungsangebotes und einer Struktur für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förder- und Unterstützungsbedarf, z.B. durch sonderpädagogische Diagnostik/Förderung, Betreuung
  • Organisatorische/äußere Voraussetzungen und Infrastruktur für die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedarfen und Voraussetzungen (bauliche Barrierefreiheit, Medien…)

Aus Anlass dieser Revision des Inklusionskonzeptes haben Lehrerkonferenz, Schülervertretung und Eltern den Umgang der Schule mit Inklusion und Begegnung noch einmal auf den Prüfstand gestellt und sich u.a. über das Verständnis der Schule über Inklusion versichert.

Deutlich wurde dabei z.B. in einer kollegiumsweiten Diskussion über Fälle und Fördermöglichkeiten, dass Lehrkräfte und Eltern eine große Offenheit und Bereitschaft zeigen für die Aufnahme sowie Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit Inklusions- und Förderbedarf. Gleichzeitig ist bei Eltern, Schülern, Kollegium und Vorstand aber aus den bisherigen Erfahrungen mit Inklusion heraus auch die Erkenntnis gewachsen, dass Inklusion und Begegnung nur dann möglich und zum Wohle des Kindes sind, wenn eine aktive und förderliche Teilhabe am zweisprachigen Alltag in Unterricht und Schulleben unserer Begegnungsschule möglich ist.

Auf dem Hintergrund der Diskussionen über Inklusion und Inklusionskonzept haben sich die beteiligten Gruppen in der Schule entschieden, im Leitbild einen eigenen Punkt dazu aufzunehmen und es damit um einen 5. Punkt zu erweitern:

 BEGEGNUNG UND TEILHABE

Wir schaffen Möglichkeiten und Bedingungen, dass unterschiedliche individuelle Erfahrungen, Bedürfnisse, Voraussetzungen  und Hintergründe in den Unterricht produktiv eingebracht bzw. aufgenommen werden können. Wir legen Wert darauf zu fördern und fordern und dass Begegnung in beiden Sprachen stattfindet und alle am Unterricht teilhaben (können).

Bestandsaufnahme: Inklusion an der Deutschen Schule Stockholm

Rahmen

Leitbild

Im Leitbild formuliert die Schule ihre Wertvorstellungen. Schüler und Lehrer arbeiten mit dem Leitbild in unterschiedlichen Zusammenhängen und beziehen sich darauf. Die Werte des Leitbilds sind richtungsgebend bei allen Entscheidungen über pädagogische und strategische Ausrichtungen der Schule. Die Schule wird das vorhandene Leitbild um das Feld „Begegnung und Teilhabe“ erweitern.

Begegnungsschule

Multikulturalität ist Grundlage einer Begegnungsschule. Die gesamte Schule ist daraufhin ausgelegt, Vielfalt an Kultur und Persönlichkeit als Bereicherung zu begreifen.

Förder-/Forderkonzept in Grundschule und Gymnasium

Das Förder-/Forderkonzept für die Klassen 1-4 bzw. 5-7 beschreibt die Struktur unseres Angebots, in mehreren Stunden pro Wochen alle Schüler in diagnostisch ausgewählten Bereichen zu fördern oder zu fordern.

Sonderpädagogische Förderung

Auf Entscheidung des Schulgesundheitsdienstes oder der Schülerhilfegruppe können sonderpädagogische Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen ergriffen werden auf Ebene des Einzelunterrichts bzw. der Einzelberatung, des Klassenunterrichts und vor allem der Beratung von Lehrkräften. Im Rahmen der sonderpädagogischen Förderung durch Sonderpädagogen, Psychologen und Ärzte werden auch konkrete Handlungspläne zur Förderung und Beratung erstellt.

Handlungsplan gegen Kränkung/Mobbing (Plan mot kränkande behandling)

Im Plan zur Verhinderung von kränkender Behandlung stellt die Schule Ihre Arbeit zur Prävention von allen Arten von Diskriminierungen dar. Dazu gehört auch der Umgang mit Mobbing.

Gender

In Schweden ist das Bewusstsein für Genderfragen generell hoch. Dies wird sichtbar in allen gesellschaftlichen Zusammenhängen und bildet sich auch im schwedischen Lehrplan und der pädagogischen Arbeit unserer Schule ab.

Struktur

Schulgesundheitsdienst und Schülerhilfegruppe

Die Schule verfügt über einen Schulgesundheitsdienst nach schwedischem Modell, dem Sonderpädagogen, Schulpsychologen, Kurator, Krankenschwester und ein Schularzt angehören. In den Schülerhilfegruppen der Grundschule und der Sekundarstufen I und II werden Schüler mit besonderem Förderbedarf interdisziplinär besprochen und konkrete Unterstützungsangebote beschlossen. Lehrer wenden sich bei Bedarf an die Schülerhilfegruppe und wirken dort mit.

Anti-Mobbing-Gruppe

Diskriminierungen jeglicher Art werden von der Schule nicht toleriert. Die Anti-Mobbing-Gruppen der Grundschule und der Sekundarstufe I und II nehmen Anmeldungen entgegen, beschließen Maßnahmen und kontrollieren deren Erfolg.

Sonderpädagogische Fachkräfte

(Schulpsychologe, Sonderpädagoge, Schularzt) werden eingesetzt bei Diagnostik, Begleitung, Beratung, Lernhilfe und Unterstützung von Schülern. Eltern und Lehrkräfte werden einbezogen in die Arbeit der Sonderpädagogen.

Maßnahmen

Feststellung besonderer Lernvoraussetzungen

Die Lehrer verfolgen kontinuierlich die Lernentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler. Durch individuelle Lernangebote können sie den Lernstand differenziert erfassen und Probleme erkennen. Der Schulgesundheitsdienst unterstützt die Lehrer mit ihren diagnostischen Mitteln dabei individuelle Voraussetzungen zu erkennen. Bei Bedarf werden unter anderem Logopäden und Kinderpsychiatrischer Dienst hinzugezogen.

Förderung und Unterstützung im Regelunterricht

erfolgen innerhalb des Klassenunterrichts durch Individualisierung und Differenzierung. Innerhalb einer Jahrgangsstufe erfolgen sie durch Unterricht in lernstands-unterschiedlichen Grup­pen oder in Förder-/Fordergruppen, klassenübergreifend in bestimmten Fächern/Auf­gabenberei­chen (Sprechstunden etc.).

Besondere Förderung

Schülerinnen und Schüler können im Klassenverband, in Gruppen- und in Einzelförderung gezielte sonderpädagogische Hilfe erhalten. Die Entscheidung über besondere Förderung wird in Absprache mit Schülern, Eltern, Lehrern der Schülerhilfegruppe und der Schulleitung getroffen. Die Dokumente Fördern, Fordern und Hilfe für Schülerinnen und Schüler der DSS und Richtlinie zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen geben eine Übersicht über spezifische Vorgehensweisen.

Nachteilsausgleich

Nachteilsausgleich kann gewährt werden und orientiert sich an den „Hinweisen zur Inklusion an Deutschen Auslandsschulen“.

Besondere Hilfsmittel

Um besonderen Lernvoraussetzungen gerecht zu werden, ist es möglich von allgemeinen Klassenregeln abzusehen und individuelle Erleichterungen in Form von empfohlenen Hilfsmitteln zuzulassen. Dies muss zuvor mit der Schülerhilfegruppe abgeklärt werden.

Ganzheitliches Lernen

Begabungen und besondere Interessen von Schülern werden im Unterricht aufgegriffen. Die Schule bietet ihren Schülern darüber hinaus noch ein breites Spektrum von musischen und wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften an und fördert die Teilnahme an Wettbewerben in denen Schüler interessenorientiert und altersübergreifend zusammenarbeiten.

Fortbildung der Lehrkräfte

Bei Bedarf unterstützen Sonderpädagogen und Schulpsychologen die Lehrer mit Beratung zu Verständnis von besonderen Voraussetzungen und Methodenwahl. Fortbildungen zu inklusiven Themen finden sowohl für das gesamte Kollegium als auch als auch für einzelne Lehrer statt.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Alle Vertreter der Schule beraten und informieren die Eltern regelmäßig über die Lern- und Leistungsentwicklung ihrer Kinder.

Beim Einsatz von bestimmten Maßnahmen geht die Schule soweit als möglich im Einvernehmen mit den Sorgeberechtigten bzw. den volljährigen Schülerinnen und Schülern vor. Die letztliche Entscheidung liegt bei der Schulleitung auf Grundlage der geltenden Vorschriften.

Schulentwicklung

Der „Index für Inklusion“ gibt zahlreiche Hinweise für eine systematische Schulentwicklung und Anregungen zur Reflexion und Selbstevaluation. Die Inklusionsgruppe der Schule und die Schülerhilfegruppen der Grundschule und des Gymnasiums reflektiert in regelmäßigen Abständen über den Stand der Inklusion an der Schule, stellt gegebenenfalls Verbesserungsbedarf fest und ruft Projekte zur Verbesserung der Inklusion ins Leben.

Werkzeuge zur Evaluation und Reflexion sind für uns Konferenzen auf allen Ebenen (Gesamtkonferenz, Klassenkonferenzen, pädagogische Konferenzen, Elternabende, etc.), Schülerbefragung (Fragebogen, Auswertungsgespräch), kollegiale Auswertungen, Mitarbeitergespräche mit Vorgesetzten.

 Handlungsablaug

Zukunftsperspektive: Weiterentwicklung der Inklusion an der DSS

Als Grundaufgabe für die Weiterentwicklung gilt natürlich, die bestehende Struktur und die Ziele der Inklusion (vgl. S. 3 ff.) weiter auszubauen und zu festigen (Schülerhilfe, Diagnostik, Förder-/Forderband etc.)

Weiterhin sollen auf der Grundlage der Auswertungen und Diskussionen in der Gesamtkonferenz sowie mit Eltern sowie den Schülerparlamenten der Unter-, Mittel- und Oberstufe sowie der Kinderkonferenz der Grundschule folgende vier Bereiche in den kommenden Jahren mit Blick auf Inklusion besonders beachtet werden:

Schaffung von mehr Rückzugs- und Stillebereichen für Entspannung und ungestörtes Arbeiten (vorwiegend durch Ausstattung, da die räumlichen Gegebenheiten der Schule sehr begrenzt sind) Angebote im Bereich Schulhof- und Pausengestaltung (Zugänglichkeit, Schaffung von Begegnungs- und Spielmöglichkeiten) Fortbildung und Ausstattung für gezielten Einsatz elektronischer Hilfsmittel – in Abstimmung mit den Empfehlungen und Vorgaben des Schulgesundheitsdienstes und der Schülerhilfegruppen Fortbildung zu Methoden der differenzierenden Unterrichts- und Materialgestaltung und -beschaffung.

Konzeptionelle Grundlagen der Schule, die für Inklusion besonders wichtig sind

A) Leitbild der Schule

Die DSS mit deutscher Unterrichtssprache und deutschen Prüfungen in Stockholm hat eine +ber 400-jährige Geschichte: Bereits 1612 erhielt die Deutsche St. Gertruds Gemeinde in Stockholm von König II Adolf das Privileg, eine deutsche Schule unterhalten zu dürfen. Deutsche Kaufleute haben sich seit Jahrhunderten in Stockholm sehr wohl gefühlt, und ihre Kinder wurden in der Deutschen Schule „zu lebens- und geschäftstüchtigen jungen Menschen und auch zu gottesfürchtigen und treuen Untertanen der schwedischen Krone“ erzogen. Nach wechselnden Zeiten in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts wurde die Tradition der Deutschen Schule Stockholm (DSS) 1953 wieder neu aufgenommen.

Seit 1977 wird die DSS auch von zahlreichen schwedischen oder ausländischen Schülern besucht, die im Kindergarten, der Vorschulklasse oder der ersten Klasse ohne Deutschkenntnisse beginnen. Sie lernen bis zur vierten Grundschulklasse Deutsch als Fremdsprache und gehen dann gemeinsam mit ihren deutschsprachigen Klassenkameraden den gleichen Weg zum deutschen Abitur bzw. gleichzeitigem schwedischen Abschluss.

Das Leitbild einer Schule soll die Kernkompetenzen verdeutlichen, die im Mittelpunkt der schulischen Arbeit stehen.

Es ist das Produkt eines langen Diskussionsprozesses, an der Schulleitung, Lehrerschaft, Schulvorstand und Schülervertretung teilhatten. So steht das Leitbild auf einer Basis, mit der sich alle Teilbereiche und Abteilungen der Schulkultur identifizieren können:

Die Deutsche Schule Stockholm wird als Begegnungsschule von Schülerinnen und Schülern deutscher, schwedischer und anderer Nationalität besucht. Kinder und Jugendliche mit verschiedener Muttersprache und unterschiedlichem kulturellen Hintergrund setzen sich im Verlauf der Schulzeit aktiv mit den jeweiligen Unterschieden und Gemeinsamkeiten auseinander. Sie lernen voneinander und erfahren dabei eine Bereicherung der eigenen Identität. Gleiches gilt für alle Mitarbeiter. Damit dies gelingt, setzt die DSS Schwerpunkte in fünf Bereichen:

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Zusammenfassung: Leitbild der Deutschen Schule Stockholm

Die Deutsche Schule Stockholm ist eine Internationale Schule, sie wird finanziert mit deutschen und schwedischen staatlichen Mitteln. Die wirtschaftliche und juristische Verantwortung für die Schule liegt beim Deutschen Schulverein. Die Abschlüsse, die den Zugang zu deutschen Universitäten und Hochschulen ermöglichen, werden in Prüfungen unter Vorsitz von Beauftragten der Kultusministerkonferenz (KMK) erworben. Nach erfolgreichem Abschluss der 10.Jahrgangsstufe erwerben die Schüler automatisch den Realschulabschluss („Mittlere Reife“)

Ab Klasse 5 wird ca. 85 % des Unterrichts von deutschsprachigen Lehrkräften gemäß den an den Vorgaben der von der Kultusministerkonferenz genehmigten schulinternen Lehrpläne bzw. der Kerncurricula erteilt. Schwedisch, schwedische Geschichte und Geographie sowie schwedische Gemeinschaftskunde – 5 – 7 Wochenstunden pro Jahrgang – werden von schwedischsprachigen Lehrkräften unterrichtet.

Für die deutschsprachigen Schüler, die bereits eine andere Schule besucht haben und erst in einer höheren Klasse in die Deutsche Schule Stockholm überwechseln („Seiteneinsteiger“), findet Unterricht in „Schwedisch als Fremdsprache“ statt. Das Erlernen der schwedischen Sprache und die Teilnahme am schwedischsprachigen Unterricht sind für alle Schüler obligatorisch.

Die Ausbildungsziele der Deutschen Schule Stockholm sind das deutsche InternationaleAbitur und der schwedische Abschluss „Examensbevis“. Nach der Teilnahme an entsprechenden Prüfungen erhalten die Schüler ein schwedisches Abschlusszeugnis, das je nach individueller Voraussetzung den naturwissenschaftlichen oder den gesellschaftlichen Bereich umfasst.

Deutsches Internationales Abitur

Die Deutsche Schule wird – ehrenamtlich – von einem gewählten Schulvorstand geleitet, ein Vertreter der Botschaft und der Deutschen Gemeinde St. Getrud nimmt an den Sitzungen teil. Die Schülerinteressen werden vertreten durch gewählte Klassen-, Stufen- und Schülersprecher sowie durch die Kinderkonferenz, die Parlamente der Unter- Mittel- und Oberstufe. (SMV = Schülermitverwaltung).

Zur Schulleitung zählen der deutsche Schulleiter, sein Stellvertreter, der schwedische Stellvertreter, der Oberstufenkoordinator, ein Mittelstufenkoordinator, der Grundschulkoordinator und die Verwaltungsleiterin.

B)      Konzept: Fördern, Fordern und Hilfe für an der DSS a) Fördern

1. Sprachförderung

Die DSS ist eine zweisprachige Schule, an der sichere Kenntnisse in Deutsch oder Schwedisch Aufnahmevoraussetzung sind. Alle Schüler lernen dann im Verlauf ihrer Schulzeit Schwedisch und Deutsch in Wort und Schrift auf muttersprachlichem Niveau. Die Schule unterstützt den Lernprozess nach Kräften. Deshalb gibt es bereits in der Vorschulklasse Deutsch bzw. Schwedisch als Fremdsprachenunterricht auf unterschiedlichem Niveau (Halbgruppen). Ab Klasse 1 findet der Unterricht in der jeweiligen Fremdsprache mit 5 Wochenstunden statt, es wird dem Leistungsstand entsprechend auf unterschiedlichem Niveaus differenziert.

In den Klassen 5-7 (ab kommendem Schuljahr auch in der Grundschule) besteht ein obligatorisches Förder-/Forderangebot, das in den Stundenplan integriert ist. Nach dem – diagnostischen – Beschluss der Klassenkonferenzen nehmen alle Schüler wöchentlich zwei Stunden an einem Förder- oder Forderangebot teil, das ihrem jeweiligen Lern- bzw. Interessensstand entspricht.

Von Klasse 5-8 erhalten Schüler bei Bedarf die Möglichkeit, mit jeweils zwei Wochenstunden pro Klasse zusätzlich Deutsch als Fremdsprache zu üben.

Neu in Schweden angekommene Seiteneinsteiger der DSS erhalten vier Halbjahre lang An-fängerunterricht Schwedisch in Kleingruppen.

2. Unterstützung in anderen Unterrichtsfächern

Wir bieten zusätzliche Unterstützung in den Fächern Französisch, Schwedisch und Mathematik an. Fachlehrerkräfte helfen im Rahmen einer „Sprechstunde“ Schülern, die eine zusätzliche Erklärung oder Verständnishilfe brauchen.

3. Lese-Schreib-Probleme, Dyslexie

Bei Verdacht auf Probleme im Lese-Schreib-Bereich kann die Schule dazu beitragen, Diagnoseverfahren durchzuführen. Für Kinder mit leichten bis mäßigen Störungen bietet die Schule Stützunterricht in Kleingruppen an, wobei der Schwerpunkt der Arbeit in den unteren Klassen liegen soll. Grundsätzlich gelten die Regelungen/Empfehlungen für Deutsche Auslandsschulen.

Schülerinnen und Schülern der Grundschule und des Gymnasiums kann danach unter bestimmten Bedingungen in LRS-Fällen, Dyskalkylie u.a. mehr Zeit bei der Bearbeitung von Aufgaben gegeben werden (auch bei Klassenarbeiten), es können auch besondere Hilfsmittel (größere Schrift, Vorlesen der Aufgaben etc. gegeben werden oder andere Auf-gabenformen. Bis Klasse 4 kann auch die Note ausgesetzt werden mit dem Hinweis: Die Bewertung in … wird ausgesetzt wegen einer vorübergehenden Leistungsminderung der Schülerin/des Schülers. Die Sonderpädagogen stehen für Diagnostik und Beratung zur Verfügung.

4. Andere Lern- oder Verhaltensprobleme, psychische Probleme

Für Schüler mit besonderen Bedürfnissen können spezielle Regelungen getroffen werden. Der Schulgesundheitsdienst (Schulschwester, Schulpsychologin, Schularzt) steht zur psycho-sozialen und medizinischen Beratung und zur Vermittlung von therapeutischen Einrichtungen (z.B. Logopädie, Psychotherapie) zur Verfügung.

5. Körperliche Behinderungen

Die Schule bemüht sich so weit wie möglich, die Arbeitsbedingungen für einen Schüler mit körperlicher Behinderung anzupassen und zu erleichtern. Persönliche Assistenten können eingesetzt werden, wenn dies aus schulischer Sicht erforderlich ist und die Finanzierung möglich ist.

b)  Unterstützen, Fordern

1. Integration neu aufgenommener Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler, die (vor allem als Seiteneinsteiger) neu in unsere Schule aufgenommen werden, stehen oft vor großen Herausforderungen. Sie müssen sich nicht nur an neue Fächer, Lehrer und Mitschüler gewöhnen, sondern sie müssen sich auch einleben in eine neue Schul- und Landeskultur und müssen den Übergang von ihrer bisherigen Schule bewältigen. Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bietet die DSS hier generell an:

  • Unterricht in Schwedisch als Fremdsprache (in der Regel von Anfang an, bis zu zwei Jahren.
  • Angebot einer Schwedisch-Werkstatt für Schülerinnen und Schüler, die nach Schwedisch als Fremdsprache ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Schwedisch weiter systematisieren wollen.
  • Informationstag für Seiteneinsteiger mit SMV-Vertretern vor Schulbeginn; Dieses Angebot hilft den Neuen, schon vorab einige Kontakte zu knüpfen und einen Gesprächspartner zu finden, an den man sich bei Fragen/Problemen wenden kann.
  • Eine besondere Beobachtungsphase: hier sollen die neuen Schüler in der ersten Zeit besonders sensibel wahrgenommen und unterstützt werden. Bis zu den Herbstferien führt die Klassenlehrkraft ein Gespräch mit den Schülern und lädt die Eltern dazu ein. Hierbei werden die unterrichtlichen und sozialen Entwicklungen der ersten Wochen gemeinsam reflektiert und ggf. weitere/andere Unterstützungsmaßnahmen für die Schülerinnen und Schüler vereinbart.

2. Forder-Angebote / Arbeitsgemeinschaften

Eine wichtige Form der Förderung ist es, Kindern und Jugendlichen durch Herausforderungen und Wettbewerbe Unterstützung in ihrer Entwicklung zu geben. Die DSS bietet auf mehreren Ebenen solche Forder-Möglichkeiten an:

  • Begleitung und Unterstützung der Teilnahme an schulinternen, regionalen und über-regionalen Wettbewerben: Jugend Forscht, Jugend Musiziert, Treffen junger Autoren, österreichischer Literaturwettbewerb
  • Förderung/Ermöglichung von Arbeitsgemeinschaften im musisch-literarisch-ästhetischen Bereich: Jeder Schüler/jede Schülerin an der DSS soll die Möglichkeit haben, sich an Theater-, Musical o.a. Arbeitsgemeinschaft zu beteiligen. In der Regel sollen solche AGs mit Aufführungen/Präsentationen enden.
  • Einrichtung von Werkstätten für Projekte/selbstständige Arbeiten Ab 2010/11 soll – auch zur Unterstützung des Überganges von Grundschule- Gymnasium – eine Werkstatt im Bereich der Naturwissenschaften angeboten werden.

c) Helfen

Ziel aller unserer Bemühungen ist es, sinnvolle, koordinierte Maßnahmen für einen Schüler mit Problemen zu finden, die Möglichkeiten der Schule effektiv zu nutzen und den Eltern zu vermitteln, dass wir uns zielgerichtet um den Schüler kümmern. Unsere Zielsetzung ist es, Hilfen zum eigenverantwortlichen Lernen zu geben.

  • Die Lehrkraft soll: versuchen, das Kind zu verstehen; das Problem analysieren; das Kind so oft wie möglich loben; direkte Kritik vermeiden und das Selbstvertrauen des Kindes stärken; Situationen vermeiden, in denen das Kind überreagiert; im Rahmen der Unterrichtsmöglichkeiten Hilfsangebote machen.
  • Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, sich in der Beurteilung Hilfe zu holen von z.B. der Sonderpädagogin, Krankenschwester oder Schulpsychologin. Die Lehrkraft soll auch Kontakt zu den Eltern halten und sie informieren.
  • Wenn die Lehrkraft oder die Eltern denken, zusätzliche Hilfe sei nötig, füllt die Lehrkraft ein Antragsformular aus, auf dem neben einer Problembeschreibung auch bereits erfolgte Maßnahmen vermerkt werden.
  • Diese Anträge stehen beim schwedischen Stellvertreter zur Verfügung und werden dort auch in einem verschlossenen Umschlag eingereicht.
  • Einmal pro Monat trifft sich die Schülerhilfegruppe, einberufen von der Unter-Mittelstufenkoordinatorin. Sie besteht aus dem stellvertretendem schwedischem Rektor, der Schulschwester, der Schulpsychologin, Sonderpädagogin und gegebenenfalls den Antragstellern.
  • Diese Gruppe überlegt, wie mit den einzelnen Anträgen umgegangen wird, z.B. können eine Untersuchung durch Experten, Einzelförderung für eine begrenzte Zeit, Beratung für die Lehrkraft oder Elterngespräche verabredet werden. Es muss grundsätzlich verabredet werden, wie man die Ergebnisse kontrollieren will und wann das geschehen soll. Es muss auch immer klar festgelegt sein, wer welche Aufgabe übernimmt, bzw. ob man an andere Stellen delegiert. Die Ergebnisse der Gruppe werden durch den schwedischen stellvertretenden Schulleiter auf Schwedisch protokolliert. Die Protokolle werden in einem verschließbaren Schrank bei dem schwedischen stellvertretenden Schulleiter aufbewahrt.  Beim nächsten Treffen der Gruppe wird geklärt, wie der aktuelle Stand der registrierten Anträge ist.

C)      Der Handlungsplan gegen Mobbing / kränkende Behandlung – Plan mot kränkande behandling

1. Was tut die DSS, um kränkende Behandlung zu verhindern?

Ausgangspunkt für unsere tägliche Arbeit ist das Schulleitbild. Hier heißt es u.a.: „Wir gehen offen, höflich und rücksichtsvoll miteinander um.“

Alle Richtlinien des Leitbildes, besonders aber die Bereiche „Ganzheitliches Lernen“ und „Klare Strukturen und soziale Kompetenz“ fördern und unterstützen das tägliche Miteinander an einer internationalen Schule, an der die menschliche Würde der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Lehrkräfte und aller anderen Angestellten respektiert wird. Die beste Vorbeugung gegen kränkende Behandlung jeder Art ist, viele Möglichkeiten zu gemeinsamen Tätigkeiten zu schaffen. Dies geschieht im Unterricht und in den künstlerischen und sportlichen Gruppen.

Die schwedische Gesetzgebung hat explizit die direkte oder indirekte Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen verboten. Dies gilt besonders für die Bereiche Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Religion oder Glaubensauffassung, sexuelle Veranlagung und körperliche oder geistige Behinderung.

Wir gehen davon aus, dass eine konsequente Umsetzung des Schulleitbildes in der Regel Diskriminierungen der oben genannten Art verhindert. Für Mobbingfälle ist die Anti-Mobbing-Gruppe zuständig.

Wenn ein Schüler oder dessen Eltern sich gekränkt fühlen, haben sie die Möglichkeit dies mit Hilfe eines besonderen Formulars anzumelden. Der Fall wird dann nach einer speziellen Routine bearbeitet.

Der Umgang mit dem „Anderen“, auch mit Minderheiten, muss täglich gelebt und regulär in den Klassenlehrerstunden geübt und zur Sprache gebracht werden. Außerdem bietet jeglicher andere Unterricht, speziell natürlich die gesellschaftswissenschaftlichen und sprachlichen Fächer, Anlass zur Bewusstmachung. Alle Erwachsenen an der Schule müssen, alle Schüler sollten, reagieren, wenn Schimpfwörter oder anderes kränkende Verhalten auftauchen. Vor allem aber sollten die Erwachsenen selbst Höflichkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft vorleben.

2. Die Arbeit der Anti-Mobbing-Gruppen

Die DSS hat zwei Anti-Mobbing-Gruppen (Grundschule, Gymnasium). Aufgaben der Gruppen sind:

  • in der Schule (besonders beim Personal) ein Bewusstsein für Mobbing-Handlungen zu wecken und sich einzusetzen für eine kontinuierliche Beachtung dieses Problems,
  • durch Aus- und Fortbildung dazu beitragen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schule angemessen mit diesem Problem umgehen können,
  • Beratung und Unterstützung von Lehrkräften, wenn Fälle von Mobbing vermutet/aufgedeckt werden,
  • Eingreifen bei Mobbing-Fällen nach einem (vertraulichen) Ablaufplan,
  • Information des Kollegiums auf Lehrerkonferenzen über Mobbing, Gewalt, Reaktionsmöglichkeiten, Unterschiede zwischen Mobbing und Konflikten)
  • Information der Eltern (fester Punkt auf Elternversammlungen)
  • Information der Klassenlehrkräfte und der neuen Schülersprecher.

Auf vorbeugende Weise arbeitet die Schule vor allem durch

  • pädagogische Gesprächskreise/Beachtung des Themas bei pädagogischen Konferenzen
  • Aufsichtsplan (Pausen) zur Schaffung eines guten Schulklimas
  • Integrationsreise bei der Zusammenführung bzw. Neu-Zusammenstellung der 5. Klassen
  • Schüleraustausch in der 6. Klasse (Abbau von Spannungen zwischen Schülergruppen)
  • Sozialtraining/Outward Bound in der 8. Klasse (Erfahrung von Gruppenprozessen)
  • gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten in der Grundschule und dem Freizeitheim, gemeinsame Feste und Feiern
  • Angebot von jahrgangsübergreifenden Arbeitsgemeinschaften (Musik, Theater, Jugend forscht)
  • Angebot einer jahrgangsübergreifenden Projektwoche
  • Schulfeste und Feiern, Ball der 9. Klasse.

Überblick über deutsche und schwedische Rahmenbedingungen

Überblick über die deutschen Rahmenbedingungen und Regelungen zur Inklusion

UNO Menschenrechtskommission, Artikel 24 Bildung

„(1) Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen mit dem Ziel, …“

Grundgesetz

Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 des Grundgesetzes: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz wird in § 126 Absatz 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX, Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen) konkretisiert: „Die Vorschriften über Hilfen für behinderte Menschen zum Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile oder Mehraufwendungen (Nachteilsausgleich) werden so gestaltet, dass sie unabhängig von der Ursache der Behinderung der Art oder Schwere der Behinderung Rechnung tragen.“

Auslandschulgesetz

§ 9 Fördervertrag

„Durch Fördervertrag zwischen dem Bund und dem Träger der deutschen Auslandsschule werden insbesondere vereinbart: 7. die Frist, innerhalb derer der Schulträger eine Konzeption zur Umsetzung des inklusiven Unterrichts bzw. regelmäßige  Fortschrittsberichte hierzu vorzulegen hat….“

Hinweise zur Inklusion an Deutschen Auslandsschulen

Beschluss des Bund-Länder-Ausschusses für schulische Arbeit im Ausland vom 11./12.12.2014

Richtlinie zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen

Überblick über die schwedischen Rahmenbedingungen und Regelungen zur Inklusion

Die DS Stockholm ist in all ihren Bemühungen und Konzepten zur Inklusion immer auch eingebunden in den gesellschaftlichen und schulrechtlichen schwedischen Kontext.

In Schweden werden vier Bereiche der Inklusion besonders betont:

  • Förderung einer guten Lernumgebung und Schwierigkeiten vorbeugen
  • Erarbeitung von Fördermaßnahmen im Unterricht, u.a.besonderer Stundenplan, spezifische Lernhilfen, Hilfen bei Aufgabenstellungen, Motivation und Unterstützung durch Lehrkräfte, Unterstützung durch technische Hilfsmittel, spezifische Übungsformen, eventuell einzelne sonderpädagogische Unterstützungen
  • Klärung des Bedarfs an Förderunterricht (Beschreibung des Förderbedarfs und Klärung der Umsetzung)
  • Angebot von (speziellem) Förderunterricht (u.a. sonderpädagogische Betreuung, Bildung spezieller Klassen-/Unterrichtsgruppen, Einzelunterricht, Unterricht nach spezifischen Bildungsgangsvoraussetzungen)

Der folgende schwedische Text beschreibt die Maßnahmen ausführlich (Quelle:Skolverket: Stödinsatser i utbildningen):

Av den svenska skollagen framgår att alla barn och elever ska ges den ledning och stimulans som de behöver i sitt lärande och sin personliga utveckling för att de utifrån sina egna förutsättningar ska kunna utvecklas så långt som möjligt. Elever som lätt når de kunskapskrav som minst ska uppnås ska även ges ledning och stimulans för att kunna nå längre i sin kunskapsutveckling.

Det är viktigt att läraren skaffar sig kunskap om varje elev för att kunna ta hänsyn till elevernas olika förutsättningar och behov i utbildningen. Undervisningen ska således möta alla elever.

När en elev inte utvecklas i riktning mot kunskapsmålen i läroplanen, eller mot att nå de kunskapsmål som minst ska uppnås, kan skolan behöva ta till olika typer av hjälp. Dessa kan vara av olika slag:

  • Främja en god lärmiljö för att förebygga svårigheter.
  • Arbete med extra anpassningar.
  • Utreda behov av särskilt stöd.
  • Ge särskilt stöd.

Här nedan följer en kort genomgång av ovan nämnda punkter:

a) Främja en god lärmiljö för att förebygga svårigheter: Som ovan nämnts är kunskap om elevernas behov av avgörande betydelse. Skolan ska sträva efter att uppväga skillnader i elevernas förutsättningar och det kan först göras då sådan kunskap finns. Lärmiljön kan också först bli god för den enskilde eleven då kunskap om dennes behov föreligger.

Funktionsnedsättningens konsekvenser ska motverkas. Det innebär att skolan ska sträva efter att ta hänsyn till sådana elevers behov. För en elev med exempelvis synnedsättning kan skolan behöva anpassa lokalernas belysning och elevens placering i rummet.

Rektor behöver se till att det både finns förutsättningar och rutiner för samarbete med den samlade elevhälsan och att organisera den så att elevernas behov kan tillgodoses. Lärarnas kompetens och förståelse för vilken betydelse olika anpassningar har för elevernas utveckling och hur man kan kompensera för funktionsnedsättningar i undervisningen påverkar var gränsen mellan stöd och extra anpassningar går.

Undervisningsprocessen behöver planeras på ett sådant sätt att läraren väger in hur den ska anpassas i förhållande till elevernas behov. Lärarens samverkan med eleven och dess vårdnadshavare har betydelse för skolgången. Den fortlöpande återkopplingen i undervisningen har också betydelse. Enligt skollagen ska läraren fortlöpande informera eleven och dennes vårdnadshavare om elevens utveckling. Eleven ska dessutom ha möjlighet att uttrycka sina åsikter i alla frågor som rör honom eller henne. Det omfattar även olika stödinsatser. Elevens åsikter ska tillmätas betydelse i förhållande till elevens ålder och mognad.

b) Arbete med extra anpassningar: Skolan ska skyndsamt ge stöd i form av extra anpassningar inom ramen för den ordinarie undervisningen om det framkommer att en elev riskerar att inte utvecklas i riktning mot kunskapsmålen i läroplanen eller mot att nå de kunskapskrav som minst ska uppnås. För att kunna uppmärksamma detta behöver skolan ha rutiner för att uppmärksamma och identifiera behov. Skolan behöver däremot inte fatta något formellt beslut för att sätta in dessa extra anpassningar.

Nedan följer exempel på olika former av extra anpassningar:

  • Ett särskilt schema över skoldagen.
  • Ett undervisningsområde förklarat på annat sätt.
  • Extra tydliga instruktioner.
  • Stöd att sätta igång arbetet.
  • Hjälp att förstå texter.
  • Digital teknik med anpassande programvaror.
  • Anpassade läromedel.
  • Utrustning.
  • Extra färdighetsträning.
  • Enstaka specialpedagogiska insatser.

Dokumentation, uppföljning och utvärdering av extra anpassningar behöver göras med jämna mellanrum.

c) Utreda behov av särskilt stöd Om de extra anpassningarna som har gjorts för en elev inte är tillräckliga ska rektor skyndsamt se till att utreda om eleven är i behov av särskilt stöd. Utredningen kan dokumenteras i två delar:

Beskrivning av skolsituationen utifrån kartläggning där skol-, grupp- och individnivå beaktas. Bedömning av elevens eventuella behov av särskilt stöd. I beskrivning av skolsituationen bör samråd med den samlade elevhälsan ingå liksom en genomgång av om det finns tidigare gjorda utredningar. I den pedagogiska bedömningen av elevens behov tar den som utreder frågan ställning till vad som skulle kunna förbättra elevens förutsättningar i olika lärmiljöer. Där tas elevens samtliga stödbehov upp, både det som bedöms som behov av extra anpassningar inom ramen för ordinarie undervisning och det som bedöms som behov av särskilt stöd. Rektor, eller den som rektor utser, ska sedan besluta om åtgärdsprogram och se till att detta stöd ges.

Om den analys beträffande elevens situation som gjorts resulterar i frågeställningen om en elevs svårigheter kan orsakas av en utvecklingsstörning och en annan skolform därmed skulle kunna vara aktuell ska detta anmälas till rektor som i sin tur ska kontakta Specialpedagogiska skolmyndigheten som handlägger sådana ärenden.

d) Ge särskilt stöd Skolan ska ge eleven särskilt stöd om utredningen ovan visar att eleven är i behov av det. Rektor ska se till att detta sker. Det särskilda stödet ska dokumenteras i ett åtgärdsprogram som ska följas upp och utvärderas. Särskilt stöd är insatser av mer ingripande karaktär som normalt inte är möjliga att genomföra för lärare inom ramen för den ordinarie undervisningen.

Exempel på särskilt stöd:

  • Regelbundna specialpedagogiska insatser i ett visst ämne.
  • Placering i en särskild undervisningsgrupp.
  • Enskild undervisning.
  • Anpassad studiegång.
  • Reducerat program.

Uppföljning och utvärdering av åtgärdsprogram ska ske kontinuerligt. Det är lämpligt att i denna del av arbetet ge eleven och dess vårdnadshavare möjlighet att delta för att de ska kunna framföra hur de uppfattar att åtgärderna fungerar.

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