„Frühlings Erwachen“

Jugend mit und ohne Hoffnung

Die Theater-AG der Oberstufe spielte überzeugend ein tragisches Stück. Das 1891 geschriebene ebenso tragische wie satirische Drama „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind handelt von den Pubertätsnöten Heranwachsender und der scheinheiligen Moral des Bürgertums. Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt! Nach vielen Proben hat es die Theater-AG der Oberstufe unter der Leitung von Nina Weniger geschafft, ein tolles und spannendes Theaterstück auf die Beine zu stellen.
Ein großes Dankeschön an alle!

Melchior, Moritz, Wendla und die anderen sind eine coole Clique, jung, wild und zu allem bereit. Gemeinsam feiern und philosophieren sie, träumen von der großen Freiheit, entdecken ihre Sexualität und erproben ihre Grenzen. Einsam bleiben sie dabei allerdings mit ihren Enttäuschungen. Denn die unbeschwerte Kindheit ist vorbei, die Pubertät ist da. Eben schienen die Sterne greifbar nah, schon steht man vor einem Abgrund. Denn trotz neuer Bedürfnisse dürfen die Noten, sprich: die Zukunft, nicht leiden. Das Leben kommt erst noch. Bloß – welches Leben? Die Angst der Eltern, dass die Kinder in der Gesellschaft nicht bestehen können, führt zu einem kaum erfüllbaren Leistungsdruck. Die Freiheitssuche der Jugendlichen bleibt auf der Strecke. Dabei wollen Erwachsene wie Jugendliche einfach nur alles richtig machen. Gerade Moritz hält dieser Gratwanderung zwischen Leistungsdruck und seinem Bedürfnis nach Freiheit, seinen Wünschen und Ängsten nicht stand. Als er nicht versetzt wird und damit sein großer Traum, nach Amerika zu reisen, platzt, sieht er keinen Ausweg mehr.

Gülyar Özdemir

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