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Fördern, Fordern und Hilfe

Konzept: Fördern, Fordern und Hilfe an der Deutschen Schule Stockholm

a) Fördern

1. Sprachförderung
Die DSS ist eine zweisprachige Schule, an der sichere Kenntnisse in Deutsch oder Schwedisch Aufnahmevoraussetzung sind. Alle Schüler lernen dann im Verlauf ihrer Schulzeit Schwedisch und Deutsch in Wort und Schrift auf muttersprachlichem Niveau. Die Schule unterstützt den Lernprozess nach Kräften. Deshalb gibt es bereits in der Vorschulklasse Deutsch bzw. Schwedisch als Fremdsprachenunterricht auf unterschiedlichem Niveau (Halbgruppen). Ab Klasse 1 findet der Unterricht in der jeweiligen Fremdsprache mit 5 Wochenstunden statt, es wird dem Leistungsstand entsprechend auf unterschiedlichem Niveaus differenziert.

In den Klassen 5-7 (ab kommendem Schuljahr auch in der Grundschule) besteht ein obligatorisches Förder-/Forderangebot, das in den Stundenplan integriert ist. Nach dem – diagnostischen – Beschluss der Klassenkonferenzen nehmen alle Schüler wöchentlich zwei Stunden an einem Förder- oder Forderangebot teil, das ihrem jeweiligen Lern- bzw. Interessensstand entspricht.

Von Klasse 5-8 erhalten Schüler bei Bedarf die Möglichkeit, mit jeweils zwei Wochenstunden pro Klasse zusätzlich Deutsch als Fremdsprache zu üben.

Neu in Schweden angekommene Seiteneinsteiger der DSS erhalten vier Halbjahre lang An-fängerunterricht Schwedisch in Kleingruppen.

2. Unterstützung in anderen Unterrichtsfächern
Wir bieten zusätzliche Unterstützung in den Fächern Französisch, Schwedisch und Mathematik an. Fachlehrerkräfte helfen im Rahmen einer „Sprechstunde“ Schülern, die eine zusätzliche Erklärung oder Verständnishilfe brauchen.

3. Lese-Schreib-Probleme, Dyslexie
Bei Verdacht auf Probleme im Lese-Schreib-Bereich kann die Schule dazu beitragen, Diagnoseverfahren durchzuführen. Für Kinder mit leichten bis mäßigen Störungen bietet die Schule Stützunterricht in Kleingruppen an, wobei der Schwerpunkt der Arbeit in den unteren Klassen liegen soll. Grundsätzlich gelten die Regelungen/Empfehlungen für Deutsche Auslandsschulen.

Schülerinnen und Schülern der Grundschule und des Gymnasiums kann danach unter bestimmten Bedingungen in LRS-Fällen, Dyskalkylie u.a. mehr Zeit bei der Bearbeitung von Aufgaben gegeben werden (auch bei Klassenarbeiten), es können auch besondere Hilfsmittel (größere Schrift, Vorlesen der Aufgaben etc. gegeben werden oder andere Auf-gabenformen. Bis Klasse 4 kann auch die Note ausgesetzt werden mit dem Hinweis: Die Bewertung in … wird ausgesetzt wegen einer vorübergehenden Leistungsminderung der Schülerin/des Schülers. Die Sonderpädagogen stehen für Diagnostik und Beratung zur Verfügung.

4. Andere Lern- oder Verhaltensprobleme, psychische Probleme
Für Schüler mit besonderen Bedürfnissen können spezielle Regelungen getroffen werden. Der Schulgesundheitsdienst (Schulschwester, Schulpsychologin, Schularzt) steht zur psycho-sozialen und medizinischen Beratung und zur Vermittlung von therapeutischen Einrichtungen (z.B. Logopädie, Psychotherapie) zur Verfügung.

5. Körperliche Behinderungen
Die Schule bemüht sich so weit wie möglich, die Arbeitsbedingungen für einen Schüler mit körperlicher Behinderung anzupassen und zu erleichtern. Persönliche Assistenten können eingesetzt werden, wenn dies aus schulischer Sicht erforderlich ist und die Finanzierung möglich ist.

b)  Unterstützen, Fordern

1. Integration neu aufgenommener Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler, die (vor allem als Seiteneinsteiger) neu in unsere Schule aufgenommen werden, stehen oft vor großen Herausforderungen. Sie müssen sich nicht nur an neue Fächer, Lehrer und Mitschüler gewöhnen, sondern sie müssen sich auch einleben in eine neue Schul- und Landeskultur und müssen den Übergang von ihrer bisherigen Schule bewältigen. Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bietet die DSS hier generell an:

  • Unterricht in Schwedisch als Fremdsprache (in der Regel von Anfang an, bis zu zwei Jahren.
  • Angebot einer Schwedisch-Werkstatt für Schülerinnen und Schüler, die nach Schwedisch als Fremdsprache ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Schwedisch weiter systematisieren wollen.
  • Informationstag für Seiteneinsteiger mit SMV-Vertretern vor Schulbeginn; Dieses Angebot hilft den Neuen, schon vorab einige Kontakte zu knüpfen und einen Gesprächspartner zu finden, an den man sich bei Fragen/Problemen wenden kann
  • Eine besondere Beobachtungsphase: hier sollen die neuen Schüler in der ersten Zeit besonders sensibel wahrgenommen und unterstützt werden. Bis zu den Herbstferien führt die Klassenlehrkraft ein Gespräch mit den Schülern und lädt die Eltern dazu ein. Hierbei werden die unterrichtlichen und sozialen Entwicklungen der ersten Wochen gemeinsam reflektiert und ggf. weitere/andere Unterstützungsmaßnahmen für die Schülerinnen und Schüler vereinbart.

2. Forder-Angebote / Arbeitsgemeinschaften
Eine wichtige Form der Förderung ist es, Kindern und Jugendlichen durch Herausforderungen und Wettbewerbe Unterstützung in ihrer Entwicklung zu geben. Die DSS bietet auf mehreren Ebenen solche Forder-Möglichkeiten an:

  • Begleitung und Unterstützung der Teilnahme an schulinternen, regionalen und über-regionalen Wettbewerben: Jugend Forscht, Jugend Musiziert, Treffen junger Autoren, österreichischer Literaturwettbewerb
  • Förderung/Ermöglichung von Arbeitsgemeinschaften im musisch-literarisch-ästhetischen Bereich: Jeder Schüler/jede Schülerin an der DSS soll die Möglichkeit haben, sich an Theater-, Musical o.a. Arbeitsgemeinschaft zu beteiligen. In der Regel sollen solche AGs mit Aufführungen/Präsentationen enden.
  • Einrichtung von Werkstätten für Projekte/selbstständige Arbeiten Ab 2010/11 soll – auch zur Unterstützung des Überganges von Grundschule- Gymnasium – eine Werkstatt im Bereich der Naturwissenschaften angeboten werden.

c) Helfen

Ziel aller unserer Bemühungen ist es, sinnvolle, koordinierte Maßnahmen für einen Schüler mit Problemen zu finden, die Möglichkeiten der Schule effektiv zu nutzen und den Eltern zu vermitteln, dass wir uns zielgerichtet um den Schüler kümmern. Unsere Zielsetzung ist es, Hilfen zum eigenverantwortlichen Lernen zu geben.

  • Die Lehrkraft soll: versuchen, das Kind zu verstehen; das Problem analysieren; das Kind so oft wie möglich loben; direkte Kritik vermeiden und das Selbstvertrauen des Kindes stärken; Situationen vermeiden, in denen das Kind überreagiert; im Rahmen der Unterrichtsmöglichkeiten Hilfsangebote machen.
  • Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, sich in der Beurteilung Hilfe zu holen von z.B. der Sonderpädagogin, Krankenschwester oder Schulpsychologin. Die Lehrkraft soll auch Kontakt zu den Eltern halten und sie informieren.
  • Wenn die Lehrkraft oder die Eltern denken, zusätzliche Hilfe sei nötig, füllt die Lehrkraft ein Antragsformular aus, auf dem neben einer Problembeschreibung auch bereits erfolgte Maßnahmen vermerkt werden.
  • Diese Anträge stehen beim schwedischen Stellvertreter zur Verfügung und werden dort auch in einem verschlossenen Umschlag eingereicht.
  • Einmal pro Monat trifft sich die Schülerhilfegruppe, einberufen von der Unter-Mittelstufenkoordinatorin. Sie besteht aus dem stellvertretendem schwedischem Rektor, der Schulschwester, der Schulpsychologin, Sonderpädagogin und gegebenenfalls den Antragstellern.
  • Diese Gruppe überlegt, wie mit den einzelnen Anträgen umgegangen wird, z.B. können eine Untersuchung durch Experten, Einzelförderung für eine begrenzte Zeit, Beratung für die Lehrkraft oder Elterngespräche verabredet werden. Es muss grundsätzlich verabredet werden, wie man die Ergebnisse kontrollieren will und wann das geschehen soll. Es muss auch immer klar festgelegt sein, wer welche Aufgabe übernimmt, bzw. ob man an andere Stellen delegiert. Die Ergebnisse der Gruppe werden durch den schwedischen stellvertretenden Schulleiter auf Schwedisch protokolliert. Die Protokolle werden in einem verschließbaren Schrank bei dem schwedischen stellvertretenden Schulleiter aufbewahrt.  Beim nächsten Treffen der Gruppe wird geklärt, wie der aktuelle Stand der registrierten Anträge ist.

Inklusion an der Deutschen Schule Stockholm (pdf)